Sprachen lernen im Schlaf?

Quelle: WIkipedia. National Oceanic and Atmospheric Administration, Scott Hill

Quelle: WIkipedia. National Oceanic and Atmospheric Administration, Scott Hill

Eine Fremdsprache zu erlernen ist gar nicht so einfach. Ein paar Wörter sind ja kein Problem, aber wenn es dann an die Grammatik geht, geht es auch schon ans Eingemachte. Der Coburger Lernstratege Josua Kohberg hat jedoch einen Apparat erfunden, der uns nächtliche Unterstützung beim Sprachenlernen gewährt.
Im Schlaf können wir doch keine Sprache lernen? Ich meine, schön wäre es ja und wenn sich auf diese Weise auch noch der Inhalt wissenschaftlicher Fachwälzer in mein Gehirn brennen würde, hätte ich da sowieso nichts gegen. Doch tatsächlich soll der „Thinkman“ ungefähr so funktionieren wie das Schulbuch unter dem Kissen, auf dem wir vor dem furchterregenden dritte-Klasse-Test geschlafen haben.
Wie kommt man auf so eine glorreiche Idee? Wissenschaftler fanden einst heraus, dass Menschen die Klickgeräusche von Delfinen hören können, obwohl diese im Ultraschallbereich senden. Und das können wir, weil wir die Schallwellen über die Haut aufnehmen. Über die Haut gelangt ein Signal in unser Gehirn und unser Gehirn übersetzt das Signal in ein Klickgeräusch.
Diese Erkenntnis macht sich der Thinkman zunutze indem er mittels Ultraschallwellen die Melodie einer Sprache auf die Haut überträgt. Dies geschieht über kleine Elektroden, die man sich mit einem Klettband an den Kopf, die Handgelenke oder an den Körper bindet. Über Kopfhörer kann man zusätzlich den Hörnerv hinzuziehen. Man kann das Gerät aber auch über einen Adapter mit mehreren Personen gleichzeitig benutzen – wenn ich also demnächst ein Kollektiv verkabelter Köpfe im Stadtpark liegen sehe, dann lernen sie wahrscheinlich gerade chinesisch, Italienisch oder Delfinisch. Außerdem spricht das neueste Thinkman-Modell auch die Darmresonanz an, um die drei Intelligenzen des Menschen, nämlich Herz, Hirn und Bauch optimal zu nutzen (nein, das ist kein Scherz).
Wie Kohberg in einem Gespräch mit Hitradio Ö3 erklärt, wird der Thinkman aber nicht nur zum Erlernen von Fremdsprachen genutzt, sondern auch für Mentaltrainings. Hat zum Beispiel jemand Angst vor vielen Leuten zu sprechen, weil er einmal ausgelacht wurde, so kann er dieses negative Gedankenmuster mit dem Thinkman wegschlafen. Man könnte den Apparat allerdings auch in der Thinkman-Gürteltasche einfach mit zur Arbeit nehmen und sich quasi einhäuten, dass Sprechen vor vielen fremden Menschen eigentlich total schön ist. Ist doch super! Mit so einem Thinkman hat man nicht nur einen persönlichen Minipsychologen im Ohr, sondern auch eine Gehirnwäsche to go.
Ganz so einfach, wie der ein oder andere Leser nun denken mag, ist das Sprachenlernen mit dem Thinkman dann aber doch nicht, denn ohne ein Lernbuch mit Übungs- und Lektionstexten sowie einer Lern-CD kann uns auch der Thinkman nichts beibringen. Da investiere ich die 1500 Euro, die das 90er Jahre-mobiltelefongroße Gerät kosten soll, doch lieber in eine Reise nach Portugal und spreche selbst mit den Delfinen.