Deutsch lernen in Deutschland

Im letzten Jahr berichtete unsere Bloggerin Lea von ihren Erfahrungen als Stipendiatin des Vereins Deutsche Sprache (VDS) in Ghana. Einer der Schüler, den sie in den vier Wochen an der Universität in Winneba in Deutsch unterrichtet hatte, war Garnet Badu. Das VDS-Stipendium ist auf Gegenseitigkeit angelegt, also jeweils ein Stipendiat aus Deutschland, einer aus dem Gastland. In Abstimmung mit dem DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) bekam Garnet Badu wegen seiner guten Leistungen die Möglichkeit für seinen ersten Besuch in Deutschland. Nach monatelangen Planungen war es dann soweit: Vom 6. bis 29. August besuchte Garnet aus Ghana zum ersten mal in seinem Leben nicht nur Deutschland, sondern überhaupt einen anderen Kontinent als Afrika. Garnet studiert in Winneba Deutsch und Französisch auf Lehramt und konnte jetzt davon profitieren, über ein Stipendium ins Zielsprachenland zu reisen und so seine Kenntnisse zu verbessern.

Für den Tag seiner Ankunft stellte der VDS Garnet eine Begleitung zur Seite, die ihm bei der ersten Orientierung im fremden Land half. Nach Garnets Ankunft am Flughafen Berlin Tegel lernte er zunächst seine Gastgeber kennen, die über die Sprachenschule vermittelt worden waren. In der weitläufigen Altbauwohnung des hilfsbereiten und aufgeschlossenen älteren Paares bezog er sein eigenes Zimmer und nahm den Hausschlüssel entgegen. Dann begann auch schon der erste Streifzug durch die Stadt, bei dem Garnet den wichtigen Weg zur Schule kennenlernte und einen ersten Blick auf die bekanntesten Sehenswürdigkeiten Berlins werfen konnte. Nach einem Imbiss mit original Berliner Currywurst war der erste Tag dann aber auch schon lang genug nach der anstrengenden Flugreise.

Am folgenden Montag begann bereits der Unterricht in der Sprachenschule „Die Neue Schule“. Täglich hatte Garnet dort Kurse von 9 Uhr bis 12:15 Uhr. Dort traf er auf andere Austauschstudenten aus verschiedenen Ländern, mit denen er nach Unterrichtsschluss die Hauptstadt und die deutsche Kultur erkundete.
Nach drei Wochen Intensivkurs verabschiedete sich Garnet aus Berlin und reiste mit dem Zug gen Ruhrgebiet. Mit Mitarbeitern der
Dortmunder Geschäftsstelle des VDS machte er am 27. August einen Ausflug nach Duisburg zum ehemaligen Hochofenwerk des Unternehmens Thyssen.

Montags besuchte er dann selbst die Geschäftsstelle, sammelte Eindrücke von der Vereinsarbeit und beschrieb die Erfahrungen, die er gemacht hatte, bevor er am Dienstagmorgen in aller Frühe den Flieger zurück in die Heimat nahm. Wir dokumentieren seinen Aufenthalt in einer Fotogeschichte:

Am 5.08.2017 bin ich in Berlin angekommen. Auf dem ersten Foto bin ich vor den Gebäude der Sprachenschule „Die Neue Schule“ in der Gieselerstraße. Ich habe den Ort an meinem ersten Tag in Deutschland besucht als Teil meiner Vorbereitung auf den Sprachkurs.

In der Sprachschule hatte ich tollen Unterricht für das Niveau A2 jeden Tag von 9 Uhr bis 12 Uhr in einem Kurs für 13 Teilnehmer. Wir machten ein paar Fotos mit einigen der Mitschüler in der Pause.

An einem Samstag machte ich mit meiner Gastfamilie einen Ausflug ins „Haus der Kulturen der Welt“. Dort ist eine Ausstellung der „KINSHASHA COLLECTION“. Das ist ein Projekt, bei dem sie Kleidung von einen Gebrauchtmarkt einkaufen und damit neue Kleidung entwerfen. Genial!

In diesem Bild sehen Sie einen typischen deutschen Unterrichtsraum der Sprachenschule. An der Wand hängen viele Lernmittel, die das Lernen verbessern.

Auf diesem Foto bin ich bei einem Stammtisch in der Bar „YORCK Schlösschen“ mit Freunden aus der Schule. Wir haben dort verschiedene deutsche Biersorten getrunken und haben uns unterhalten. Das hat viel Spaß gemacht.

Ein Besuch bei einer Fabrik des Unternehmens „Thyssen“ in Duisburg-Meiderich mit dem VDS-Geschäftsführer Dr. Holger Klatte. Die Fabrik diente zur Herstellung von Stahl, aber jetzt ist sie eine Sehenswürdigkeit.

Hier ist eine schöne Aussicht von der Spitze des Rheinturms. Er ist 186 Meter hoch. Unten ist der Rhein, der größte Fluss in Deutschland. Vom Turm hatte man eine schöne Aussicht auf das Parlament in Düsseldorf.

Ein Foto vom Studio des Westdeutschen Rundfunks. Das WDR Studio Düsseldorf ist das größte der elf Regionalstudios des Westdeutschen Rundfunks im Land Nordrhein-Westfalen.

Am 29.8. war mein Rückflug von Düsseldorf nach Accra. Holger Klatte hat mich zum Flughafen gebracht.

Fotos: eigene Aufnahmen