Warum sagt man eigentlich…

„Alles in Butter!“, wenn man ausdrücken möchte, dass etwas gut läuft? Und Warum fühlt man sich bei starker Erschöpfung „gerädert“? Was hat der Bauer mit dem Aufstoßen, also mit dem „Bäuerchen“ zu tun? Weshalb uns mal etwas „durch die Lappen“ geht und wir manchmal „kein Blatt vor den Mund nehmen“, wird nachfolgend erklärt:

Alles in Butter

Wenn alles in geordneten Bahnen verläuft, alles in Ordnung ist, dann ist alles in Butter. Dieser Ausdruck von Zufriedenheit hat zwei verschiedene Ursprungstheorien. Die erste leitet sich aus der Erfindung der Margarine ab. Die Ersatzbutter galt als günstige Alternative zu natürlicher Butter und hielt im 19. Jahrhundert zunächst in vielen Feldküchen Einzug. Da die natürliche Butter nach wie vor als hochwertiger und geschmackvoller galt, soll ein Berliner Gastronom damit geworben haben, dass in seiner Qualitätsküche keine billige Margarine, sondern das hochwertige Originalprodukt zum Einsatz komme. Sein Werbespruch versicherte, bei ihm sei alles in Butter.

Eine weitere Theorie erklärt, dass im Mittelalter, Gläser, Porzellan und andere empfindliche Gegenstände in Butterfett eingelassen wurden, bevor man sie transportierte. So versuchte man die Gegenstände vor Schäden zu schützen. Blieb die Ware heil, so war man zufrieden und man wusste: Alles war in Butter.

Sich gerädert fühlen

Wer sich gerädert fühlt ist, am Ende seiner Kräfte und völlig erschöpft. Der Ausdruck geht auf eine ziemlich grausame Art der Bestrafung früherer Jahrhunderte zurück, so grausam, dass sie sich bis heute als Redewendung gehalten hat. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde bei Schwerverbrechern das sogenannte Rädern als Form der Hinrichtung angewandt. Hierbei brach der Richter den Kriminellen erst die Arme und Beine, bevor man sie dann auf ein Wagenrad verband und zur Schau stellte, bis sie starben. Während bei uns lediglich die Batterien leer sind, wenn wir uns gerädert fühlen, erging es den Geräderten weitaus schlimmer.

Ein Bäuerchen machen

Wenn ein Kleinkind rülpst, macht es ein Bäuerchen. Diese Verniedlichung stammt aus der Zeit, in der man sich anfing für das Rülpsen zu genieren und es in vornehmer und adeliger Gesellschaft nur noch bei Säuglingen nicht als Tabu galt. Während Martin Luther noch der Satz „Warum rülpst und furzt ihr nicht?“ zugeschrieben wird, distanzierte man sich sich plötzlich vom Rülpsen in Gesellschaft und sprach dieses Verhalten nur noch dem angeblich unkultivierten Volk zu. Den Bauern stand es nämlich weiterhin frei, diverse Körpergeräusche von sich zu geben, wann und wo ihnen eben der Sinn danach stand. Das städtische Bürgermilieu hingegen verdrängte diese Art von Bedürfnis und nannte den Vorgang bei Kindern „kleiner Bauer“. Zur Verniedlichung entstand der Ausdruck „Bäuerchen“.

Durch die Lappen gehen

Die Redewendung hat ihren Ursprung in der Sprache der Jäger. Bei der sogenannten Lappjagd hängten sie verschiedene Stoffe, im weitesten Sinne Lappen, zwischen den Bäumen auf, um dem gejagten Tier die Fluchtwege zu versperren. Wenn eines der Tiere die Blockaden doch durchbrach, ging es dem Jäger im wörtlichen Sinn durch die Lappen. Der Ausdruck bezeichnet auch heute noch etwas sicher Geglaubtes doch nicht bekommen zu haben.

Kein Blatt vor den Mund nehmen

Wer geradeaus und deutlich seine Meinung äußert, der nimmt kein Blatt vor den Mund. Diese Redewendung geht auf eine alte Theatersitte zurück. Auf der Bühne nahm man sich hier und da die Freiheit heikle, provokante und politisch brisante Themen zum Gegenstand der Aufführung zu machen. Wenn die Schauspieler eine Bestrafung durch die Obrigkeit fürchteten und umgehen wollten, hielten sie sich ein Blatt vor das Gesicht. So konnte man nicht erkennen, wer gesprochen hatte und so waren sie dann auf der sicheren Seite. Wer heute nichts und niemanden fürchtet, sagt seine Meinung gerade heraus, ohne sich zu verstecken und daher ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Was es mit dem „Mauerblümchen“ auf sich hat und warum der Sterbende  „den Löffel abgibt“, erkläre ich dann ein anderes Mal. Wer der Sache aber selber „auf den Grund gehen“ möchte, dem kann ich die Bücher „Klappe zu, Affe tot“ und  „Mich laust der Affe“ von Dr. Wort  „ans Herz legen“.

Bildquelle: www.pixabay.de, CCO Creative Commonsgeralt

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