Weniger ist mehr

Wenn Minimalismus einen Leitspruch hätte, dann wäre es wohl dieser. Denn genau darum geht es bei dem minimalistischen Lebensstil, der besonders in den letzten Jahren geradezu hochgejubelt wurde. Der Reiz, den ein minimalistisches Leben ausübt, hat auch mich schon immer ein wenig gelockt. Nachdem ich mir vor kurzem den Film „Into the Wild“ angesehen hatte, wurde mein Interesse noch größer. Der junge Student Christopher aus Washington beschließt nach seinem Abschluss eine Reise quer durch Amerika zu starten – ohne Geld und ohne materiellen Besitz. Nur das Nötigste im Gepäck macht er sich auf Richtung Alaska. Auf seinem Weg arbeitet er für einen Farmer, schließt Freundschaften, trampt mit Unbekannten durchs Land oder reist als blinder Passagier in Güterzügen mit. Schließlich findet er in Alaska einen verlassenen Bus, der von da an sein Zuhause wird.Christopher stirbt schließlich nachdem er giftige Schoten gegessen hat. Die Geschichte des Filmes basiert auf einer wahren Geschichte über das Leben des Amerikaners Christopher McCandless, der seine Erlebnisse schriftlich dokumentiert hat. Und obwohl diese Geschichte ein bitteres Ende fand, regt es zum Nachdenken an. Würde etwas mehr Minimalismus im Leben uns allen gut tun?

Was ich bereits bei meinen Recherchen gelernt habe: Es gibt keine allgemeingültige Definition, wie genau man minimalistischer lebt. Du selbst entscheidest, wie du dein Leben minimalistischer gestalten möchtest. Es bedeutet nicht, dass du dich in die Wildnis zurückziehen musst ohne Hab und Gut. Es bedeutet auch nicht, dass du jeden Pfennig zweimal umdrehen und bei jeder Ausgabe ein schlechtes Gewissen haben musst. Konsumiere bewusster! In der heutigen Gesellschaft ist das Konsumverhalten der Menschen geradezu durch die Decke gegangen. Wir kaufen und kaufen ohne uns Gedanken darüber zu machen, ob wir das wirklich alles brauchen und ob es uns tatsächlich glücklich macht. Überlege dir bei deinem nächsten Einkauf, welche Dinge du brauchst und ob dich ein neues Paar Jeans, von denen du ohnehin einige besitzt, glücklicher macht. Und auch in der Küche und beim Kochen gilt: Konsumiere bewusster, greife häufiger zum Kochlöffel statt zur Tiefkühlpizza und lebe gesünder.

Minimalismus bedeutet nicht nur, dass du dein Konsumverhalten hinterfragst. Es heißt vor allem auch, sich von Dingen zu lösen, die dich herunterziehen umeine Struktur in dein Leben zu bringen. Viele Minimalismus-Einsteiger fangen mit eine der Paradedisziplinen an: Dem Aussortieren. Dabei lautet die Devise: Wenn es keinen Mehrwert für dich hat oder dich glücklich macht, kann es weg. Versuche die aussortierten Dinge zu verschenken, zu spenden oder sogar noch zu verkaufen. Wegwerfen ist nicht die Lösung. Nicht nur deinem Kleiderschrank kommt die Aufräumaktion zugute. Auch deine Wohnung, dein Desktop, dein Schreibtisch, dein Kühlschrank und sogar dein Handy können von so einer Aktion profitieren. Dies bringt Struktur und Ordnung in dein Leben! Arbeite dich Tag für Tag durch deine Wohnung und entdecke, wie viele Dinge du eigentlich nicht brauchst. Auf diese Weise verschwendest du in Zukunft weniger Zeit beim Aufräumen oder Suchen von Dingen und kannst deine Zeit für schönere Beschäftigungen nutzen.

Doch beim Minimalismus geht es nicht nur darum, sich von materiellem Besitz zu lösen und mal ordentlich aufzuräumen. Lebe einfach bewusster. Triff dich mit Menschen, weil du sie gerne hast und nicht weil es mal wieder Zeit ist. Tue Dinge, weil sie dir Freude bereiten und nicht, weil es von dir verlangt wird.

Minimalismus hat viele Facetten und jeder kann sie für sich neu auslegen und entdecken. Viele Blogs beschäftigen sich mit diesem Thema und geben interessante Einblicke in ein solches Leben. Und vielleicht regen auch dich einige Punkte zum Nachdenken an! 🙂

Bildquelle Pixabay: Quelle/Autor/Lizenz

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