Pastewka

Serientipp

Er ist wieder da, möchte man lautstark rufen: Pastewka! Die neue Staffel der Comedyserie ist seit Kurzem bei Amazon Prime zu sehen. Wie eh und je begleiten wir Bastian Pastewka als Bastian Pastewka durch die Hochs und Tiefs (zugegebenermaßen häufen sich die Tiefs bei ihm) des Show- und Familienbusiness. Die achte Staffel setzt vier Jahre nach der letzten Staffel ein und sorgt mit der bewährten und einzig wahren Besetzung für gute Laune.

Bastians Leben ist eintönig geworden. Seit Jahren spielt er einen mehr als klischeehaft überzeichneten Homosexuellen in der fiktiven Fernsehserie „Frier“ (mit und von Annette Frier). Trotz großen Erfolgs hat er genug davon – er will nicht mehr. Dabei ist es doch eigentlich die Veränderung, die er sonst so sehr scheut. Heiraten möchte er keinesfalls, auch gegen Nachwuchs bei seinem Bruder wehrt er sich vehement. Die geplante künstliche Befruchtung von Frau Bruck (die immer noch so schön lauthals schreien kann) muss unbedingt verhindert werden. Dabei findet er in seiner Nichte Kim eine Verbündete – gemeinsam schmieden sie intrigante Pläne. Doch wie immer wird der Misanthrop Bastian für seine Missgunst und seinen Egoismus bestraft. Seine langjährige Freundin Anne beendet ihre Beziehung und das Übel nimmt seinen Lauf.

Dem Ensemble der Serie, dem man die Freude am gemeinsamen Spiel regelrecht ansieht, begegnet man wie alten Bekannten, die man lange nicht gesehen und doch wiedererkannt hat. Alle sind sie älter geworden, aber wir ja auch. Ihre Probleme aber sind die gleichen wie damals. Auch deshalb braucht man keine lange Eingewöhnungsphase, um sich wieder an die Charaktere heranzutasten. Cristina do Rigo, der man im Laufe der Serie beim Erwachsenwerden zusehen konnte, ist noch immer so auf Krawall gebürstet wie früher. Und für Matthias Matschke, der den tollpatschigen aber liebenswerten Bruder spielt, ist „Pastewka“ ein wahres Sprungbrett für große Fernsehfilme.

Was die Serie „Pastewka“ so besonders macht, ist das Unsympathische, das die Figur Bastian charakterisiert. Es ist die gewisse Antipathie, die man als Zuschauer dem Protagonisten der Serie gegenüber entwickelt, die sie so einzigartig macht. Wenn Bastian in ein Fettnäpfchen nach dem anderen tritt, seinen Mitmenschen häufig aus bloßer Bequemlichkeit Kummer und Schaden zufügt, hat man nicht wirklich Mitleid mit ihm. Und dennoch leidet man mit der Figur und hofft jedes Mal, dass er das doch wohl jetzt nicht tun kann und ist jedes Mal aufs Neue schockiert, wie wenig Feingefühl er doch hat.

Die besondere Mischung aus Selbstironie und Situationskomik lässt die Serie ihresgleichen auf dem deutschen Serienmarkt suchen. Lehnt euch zurück und erlebt einen gemütlichen Serienabend auf dem Sofa, so wie auch Bastian Pastewka es für sein Leben gern tut. Viel Vergnügen!

Foto: Pixabay, CC0-Creative Commons

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