Wie man es nicht macht: Museumsnacht

Zwei halbe Tage in Frankfurt verbringen. Riesige Stadt mit vielen interessanten Ecken und wenn man einen quasi einheimischen Touristenführer in Form seiner Schwester dabei hat, kann man sicherlich auch diejenigen Ecken abseits der überlaufenen Hauptattraktionen entdecken.

Bei diesem Besuch offeriert die Stadt jedoch ein überzeugendes Angebot: Die Frankfurter Museumsnacht mit vergünstigtem Ticketpreis für Studenten wie uns, zahlreiche vielversprechende Angebote, zig Museen und dazu besondere Veranstaltungen: Lesungen, Konzerte, darstellende Kunst. Als wir das Programmheft durchblätterten, überfluteten uns die vielen Möglichkeiten. Also überlegten wir uns eine Strategie: Als erstes gingen wir alle Angebote durch und schrieben dabei diejenigen auf, für die wir uns interessierten, mit Zeit und Ort. Wie zu erwarten war, wurde diese Liste mehrere Seiten lang. Wir überlegten uns, dass die Museen ja tatsächlich größtenteils das ganze Jahr über geöffnet und die Besonderheit an diesem Tag doch eigentlich die vielen Veranstaltungen und Aktionen waren. Reiz des Neuen und Einmaligen. Wir wollten für unser berapptes Geld ja auch möglichst viel bekommen. Also schauten wir, wie wir in der verfügbaren Zeit möglichst viel „mitnehmen“ konnten. Wir füllten den Zeitplan dicht und suchten auf dem Stadtplan nach einer effizienten Route.

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Menschseinlassen

Vor einigen Wochen besuchte ich innerhalb kurzer Zeit zwei recht unterschiedliche Veranstaltungen. Die eine ein Vortrag an meiner Universität, zu dem der relativ kleine Fachbereich Wissenschaftsjournalismus eingeladen und die Veranstaltung dann netterweise für die breite interessierte Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatte: Eckart von Hirschhausen sollte zum Thema Wissenschaft in den Medien sprechen. Die andere war abseits der Uni – Ort meiner Arbeit, meiner Erfolge und Misserfolge – angesiedelt, in der Stadt, in der Freizeit. Eine Kulturveranstaltung durch und durch, ein Poetry-Slam und noch dazu mit jazziger Musik. Mehrere unterschiedliche Redner, kein belehrender Charakter, sondern nur Ausdrücke der eigenen Meinung, Aufforderungen zur Auseinandersetzung gepaart mit emotionaler musikalischer Ansprache. Weiterlesen

Rückblicken

Am Ende eines Jahres schmieden wir Pläne für das neue – spätestens heute, am ersten Tag des frisch angebrochenen Jahres, muss man schließlich seine Liste mit Wünschen und Vorsätzen fertig und an den Kühlschrank gepinnt haben. Nur nicht vergessen, Kästchen hinter die einzelnen Listenpunkte zu zeichnen, damit jene abgehakt werden können, die erfüllt wurden. Oder bin ich eher der Durchstreichtyp? Sind die Aufgaben auf der Liste solche, die abgearbeitet werden, um dann endlich ausatmen und aus der Beklemmung eines Termin-Damoklesschwertes, das über einem schwebt, ausbrechen zu können? Weiterlesen

Betrachtung

Betrachtung zu Edward Hoppers bekanntem Gemälde „Nighthawks“ (1942)

Sie öffnete die Augen. Plötzlich geschockt ob der Helligkeit der Lampen und peinlich berührt, fremdbeschämt durch diese Frau, die dort saß und aussah als schliefe sie.
Die knochigen Finger dieser Fremden krampften um ein Glas Scotch. So unnatürlich saß sie da. Im Abendkleid. In einer fast leeren Bar. Herausgebrochen aus der Kälte der Nacht, eingebrochen in die Stille der geteilten Einsamkeit, umkrampfend das Glas, das hinabzugleiten schien.

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Reiseandenken

Ich fahre in eine Großstadt. Nicht zum Besichtigen, zum Arbeiten.  Heute fahre ich hin, morgen abend schon wieder zurück, abends erst, aber bis dahin werde ich zu genüge beschäftigt sein. Ich checke in einem Hotel ein, nur zum Schlafen. Wellnessprogramm und Fitness, wer hat denn Zeit für so etwas. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Reisen

Theater Hagen: „Tschick“ – Road Opera von Ludger Vollmer

Mit dem schon 2010 erschienenen Jugendroman „Tschick“ des Autoren Wolfgang Herrndorf († 2013), der Verfilmung durch Regisseur Fatih Akin aus dem Jahr 2016 und zahlreichen Sprechtheaterinszenierungen steht Deutschlehrern bundesweit eine hervorragende Möglichkeit zur Verfügung, sich mit ihren Schülern vergleichend mit verschiedenen Medien auseinanderzusetzen und die jeweils spezifischen künstlerischen Ausdrucksmittel zu untersuchen. Seit März 2017 gibt es jetzt also auch eine Oper, die die Geschichte über die zwei jugendlichen Ausreißer Maik und Tschick, die sich in einem gestohlenen Auto auf den Weg „in die Walachei“ machen, aufgreift. Weiterlesen