• Allgemein

    Wer war eigentlich …

    Epikur? Weiter geht es in meiner philosophischen Reihe mit dem antiken griechischen Denker Epikur (341-270 v. Chr.), dem Gründer des Epikureismus. Im Zentrum seiner Lehre steht zum einen die Frage nach der irdischen Glückseligkeit und zum anderen die Überwindung der Furcht bzw. die Angst vor dem Tod. Anders als zuvor Sokrates, der lehrt, dass das Streben nach Wissen und Wahrheit ein würdiges Leben ausmacht, versteht Epikur Seelenruhe und Gelassenheit als Ziel des Lebens.Weil Epikur als Grundlage der Glückseligkeit Lust ausmacht, eilt ihm der Ruf des Lüstlings, des Genussmenschen voraus. Der Epikureismus wird dadurch oft als das Streben nach sinnlicher Lust um ihrer selbst willen abgestempelt. Warum das aber nicht stimmt…

  • Allgemein,  Kultur,  Literatur

    Sehnsucht – Substantiv, feminin

    Es gibt einige Wörter im deutschen Sprachgebrauch, die sich, wenn man sie mal auf ihre Morpheme, also die kleinste bedeutungstragende Spracheinheit, aufteilt, in ihrem Sinn verschieben können. In dieser neuen Reihe betrachte ich solche Wörter und versuche deren Herkunft, Entwicklung und Bedeutung darzustellen.

  • Allgemein,  Literatur,  Rezensionen

    Buchvorstellung: The Circle

    Heute mal was anderes: eine Empfehlung zum Lesen für alle, die gerne dystopische Literatur à la 1984 oder Schöne neue Welt lesen. Der Roman “The Circle” von Dave Eggers (2013) geht in eine ähnliche Richtung, aber auf eine doch andere Art und Weise. Es liegt schon einige Jahre zurück, dass ich das Buch gelesen habe, und es gehört für mich zu diesen wenigen Geschichten, die mich bis heute nicht so ganz loslassen. Wie in allen dystopischen Werken wird auch hier ein Zukunftsszenario entworfen, welches angesichts der aktuellen Entwicklung der Gesellschaft natürlich einen Extremfall darstellt, aber wenn man genauer hinschaut, doch gar nicht so weit von der Realität entfernt ist.

  • Allgemein,  Sprache

    Wie Sprache Wirklichkeit schafft

    Können Bezeichnungen und Worte bereits durch ihren Gebrauch aufgeladen sein? Die Sprache des Nationalsozialismus, als empirisches Beispiel, lässt wohl nur eine affirmative Antwort zu. Man denke hierbei an sprachliche Konstruktionen wie Entjudung, Ausmerzung oder den Gebrauch des Adjektivs fanatisch während der NS-Diktatur. Abseits dieser klar umrissenen Thematik soll überlegt werden, wie gewisse sprachliche Verfasstheiten unseren Alltag verändern können. Wie der Philologe Victor Klemperer treffend und hellsichtig bemerkt: „Sprache dichtet und denkt nicht nur für mich, sie lenkt auch mein Gefühl, sie steuert mein ganzes seelisches Wesen, je selbstverständlicher, je unbewußter ich mich ihr überlasse (Klemperer 1975: 21).“ Man kann nun annehmen, dass wenn sich die Sprache ändert, sich auch das…

  • Allgemein

    5 Dinge …

    … die man während der kalten Jahreszeit zu Hause tun kann (außer ein gutes Buch zu lesen, auszumisten oder gemütlich Serien zu schauen). Auch, wenn wir bisher weitestgehend vom Winter verschont wurden, lockt uns das nasskalte Wetter weniger nach draußen, als im Frühling oder Sommer. Was also tun, wenn man sich doch zu Hause verkriecht und etwas Abwechslung in den Alltag bringen möchte? Hier sind fünf Vorschläge:

  • Allgemein,  Kultur,  Spaß

    Von Neujahrsvorsätzen und Wutanfällen

    „Und, bist du gut reingekommen?“ „Guten Rutsch, aber fall nicht hin!“ „Was sind denn deine Vorsätze?“ “Neues Jahr – neue Chance! Heute ist Seite 1 von 365.” Ich möchte jedes Mal laut schreien und toben, wenn ich einen der genannten Sätze höre. Diese Sache mit dem neuen Kalenderjahr, ich werde sie wohl nie verstehen. Wie soll ich in ein Jahr reinkommen oder -rutschen? Ist das ein Prozess, den ich aktiv vollführen muss? Benötige ich dafür einen Schlitten oder einen Schlüssel?

  • Allgemein,  Sprache

    Paradoxe deutsche Wörter

    Wer mich kennt, weiß dass ich mich für Sprache begeistern kann. Wörter, Fremdsprachen, Grammatik… Ja, zu meiner Schulzeit war tatsächlich die Grammatik immer das, was mir beim Erlernen von Fremdsprachen am meisten Spaß gemacht hat. Ich finde es faszinierend, das System hinter einer Sprache zu erkennen – wie die einzelnen Wörter sich miteinander verflechten und schließlich, in der richtigen Reihenfolge aneinandergebaut, einen verständlichen Satz bilden. Ein bisschen wie beim Brettspiel Scrabble, bei dem man Buchstaben aneinanderlegt und diese dann ein Wort bilden.

  • Allgemein,  Literatur,  Rezensionen

    Liebe in all ihren Facetten

    Eine Buchvorstellung: Volkert Herzog – Feuervogel. Gedichte der Liebe Fast jedem von uns hat sie schon sowohl Herzschmerz als auch Glücksgefühle bereitet: die Liebe. Volkert Herzog widmet ihr ein ganzes Buch. Knapp 70 Seiten voller Liebesgedichte sind in seinem Lyrikband Feuervogel. Gedichte der Liebe zu finden, von denen jedes seine eigene Geschichte erzählt.

  • Allgemein,  Kultur,  Musik

    Machen wir Musik oder macht die Musik uns?

    Musik hat Macht. Sie kann unzählig viele verschiedene Formen annehmen. Sie macht etwas mit uns. Den einen macht sie glücklich, den anderen traurig. Manch einem kann sie auf die Nerven gehen und wieder ein anderer kann vielleicht ohne Musik nicht leben. Sie bewegt und berührt uns, und das manchmal auf ganz eigenartige Weise. Da, wo Worte nicht mehr zu finden sind, steht Musik. Und spricht durch sich selbst – manchmal mit und manchmal ohne Worte. Sie spricht auf einer anderen Ebene, die sich nicht richtig fassen lässt.

  • Allgemein

    Synästhesie

    Ich wohne in einem freistehenden Haus. Draußen prasselt der Regen, es heult der Wind. Diese Unwetter sind eine Ernüchterung nach Tagen voller Sonnenschein und Frühlingsgefühlen. Trotzdem mag ich den Regen auch ein kleines bisschen. Nicht so, wie im letzten Jahr, in dem Gedanken, dass die Natur dringend wieder Feuchtigkeit braucht, auch wenn es besser wäre, wenn sie ein wenig sanfter und gleichmäßiger vom Himmel fiele; diesmal mag ich den Regen, weil er so laut auf mich einprasselt, so viel Kraft hat, so bewegt und lebendig ist.